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Finanzkrise -
einfach erklärt, von einem der es wissen muß!
Von den Lesern meiner Artikel über das Finanzsystem kam der Wunsch nach einer
einfachen Zusammenfassung, um diese an Interessierte ohne Vorkenntnisse im
Finanzwesen weitergeben zu können. Daher wird hier versucht, einen Überblick
über unser weltweites Finanzsystem und dessen Krise zu geben und einige konkrete
Hinweise zur Vorsorge anzuhängen. Mit dem absehbaren Untergang des USD-Dollars
werden auch alle anderen Papierwährungen, die darauf aufbauen, suspekt und
fallen - das sind alle, auch der Euro. Eine Wiederholung der Asien-, Russland-
und Argentinienkrisen weltweit - auch bei uns - folgt. Bald.
Was ist Geld?
Das Geld das wir in der Tasche oder am Bankkonto haben, erfüllt mehrere
Aufgaben:
a.) Ein Tauschmittel
Geld erlaubt den indirekten Austausch von Waren. Im Gegensatz zu direkten
Tauschgeschäft wo etwa Hühner gegen Getreide getauscht werden, wird immer nur
Ware gegen Geld getauscht, was die Transaktion wesentlich einfacher macht.
b.) Eine Masseinheit für Werte
Ohne Geld wäre es etwa kaum möglich, eine Firmen-Buchhaltung zu machen, da darin
alles in Geld-Werten dargestellt werden muss. Ebenso erlaubt die
Preisauszeichnung dem Konsumenten eine sofortige Wertabschätzung.
c.) Ein Medium zur Wert-Aufbewahrung
Da Geld jederzeit in Waren und Dienstleistungen jeglicher Art umgetauscht werden
kann, eignet es sich gut zur Wert-Aufbewahrung - es ist damit gespeicherte
Arbeitskraft - aber nur, wenn das Geld stabil im Wert ist.
d.) Ein legales Zahlungsmittel
Für jede Art von Schulden wird Geld genommen, um diese zu tilgen. Die Staaten
schreiben per Gesetz vor (Legal Tender Laws) welche Art von Geld zumindest zur
Begleichung von Steuerschulden zu verwenden ist.
Was ist nicht Geld?:
Verschiedene Finanzanlagen (Assets) werden wertmässig in Geldeinheiten
ausgedrückt, sind aber erst in Geld umzuwandeln, um damit bezahlen zu können:
Aktien (Stocks), sind Unternehmensanteile, diese können an einer Börse (nur)
gegen/für Geld ge-/verkauft werden
Immobilien (Häuser, Gewerbeflächen, etc.) sind auch Wertanlagen, jedoch ist
deren Kauf-/Verkauf wesentlich schwieriger
Investment-Fonds sind gebündelte und gemanagte Aktien und Anleihen, sind leicht
kauf-/verkaufbar
Lebensversicherungen & Pensionsversicherungen sind auch gemanagte Wertanlagen,
sind aber wesentlich schwieriger zu verkaufen
Anleihen (Bonds), sind Schuldpapiere mit einer bestimmten Laufzeit und einem
Zinssatz, können aber jederzeit verkauft (gegen Geld umgetauscht) werden
Alle diese Anlageformen sind wertmässig im Wesentlichen von den aktuellen Zinsen
und der Kredit-Verfügbarkeit abhängig. Sind die Zinsen niedrig und Kredite
leicht zu bekommen, sind die Werte dieser Anlageformen hoch - und umgekehrt.
Sparguthaben/Kontoguthaben sind dagegen Geld und real ein Kredit an die Bank.
Zinsen:
Wird Geld als Kredit verliehen, dann sind dafür Zinsen zu bezahlen. Diese werden
in der Regel als jährlicher Preis (als Prozentsatz der Kreditsumme) für das
verliehene Geld angegeben. Beispiel: bei 5% Zinssatz pro Jahr sind für
verliehene 1.000 Euro pro Jahr 50 Euro an Zinsen zu bezahlen.
Die Zinssätze in einem Währungsraum werden von den Zentralbanken (etwa der
Europäischen Zentralbank - EZB) und vom Markt festgelegt. Dabei werden die
"kurzen" Zinssätze (für täglich fälliges Geld) von der Zentralbank und die
"langen" Zinssätze vom Markt nach den Inflationserwartungen festgelegt. Als
Masstab dient hier die jeweilige 10-jährige Staatsanleihe, in Deutschland der
10-jährige "Bund", die Bundesanleihe.
Der Zins setzt sich aus mehreren Komponenten zusammen:
Grundzins, der Preis dafür, dass Geld überhaupt aus der Hand gegeben wird
Risiko-Aufschlag, deckt das Kredit-Ausfallsrisiko ab
Inflations-Aufschlag, soll die laufende Geldentwertung kompensieren
Bank-Gewinnspanne, die Differenz zwischen Einlage- und Kreditzinsen
Die "Geld-Schöpfung"
Wie kommt Geld in die Welt?
Bis 1914 und teilweise auch zwischen den beiden Weltkriegen war das Geld
goldgedeckt, also es bestand ein Gold-Standard. Das zeigte sich daran, dass
Gold- und Silbermünzen im Umlauf waren, d.h. der Wert des Geldes war im Geld
selbst, da dieses aus Edelmetallen bestand. Da es umständlich war, viel Gold
oder gar Silber herumzuschleppen, wurden Banknoten aus Papier ausgegeben. Diese
konnten jederzeit bei der ausgebenden Bank gegen Gold oder Silber eingetauscht
werden.
Mit dem Beginn des 1. Weltkriegs wurde diese Goldeintausch-Pflicht der Banken
aufgehoben, um den Krieg zu finanzieren. Sonst wäre der Krieg wegen Geldmangel
bereits nach 6 Wochen zu Ende gewesen. Einige Länder kehrten nachher wieder zum
Goldstandard zurück.
Nach dem 2. Weltkrieg hatte Europa fast kein Gold mehr, sodass ein Goldstandard
nicht wieder aufgebaut werden konnte. Dafür hat man die neuen Währungen mit
US-Dollars als Reserve unterlegt. Der US-Dollar konnte von Zentralbanken bis
1971 zum fixen Kurs von 35 $/oz (oz = Feinunze, 31,1 g) in Gold umgetauscht
werden, bis US-Präsident Nixon diese Umtauschpflicht wegen Goldmangels aufhob.
Seit dieser Zeit hat keine Währung der Welt mehr irgendeine offizielle
Golddeckung. Silbermünzen verschwanden endgültig in den 1970er Jahren als
Zahlungsmittel.
Kredit-Geld:
Nach diesem kurzen Ausflug in die Geschichte möchte ich zeigen, wie heute Geld
"produziert" wird. Bereits im Goldstandard war nicht alles umlaufende Geld mit
Gold gedeckt, sondern nur zwischen 10 bis 40%. Der Rest war "Kreditgeld", also
durch Kreditvergabe erzeugtes Geld. Heute gibt es nur noch dieses. Bargeld
(Scheine, Münzen) ist immer nur ein kleiner Teil dieser Geldmenge, der große
Rest ist "Giralgeld" auf Bankkonten, also "elektronisches Geld".
Nehmen wir an, Anleger A macht eine Einlage bei der Bank X von 1.100 €. Die Bank
kann den Großteil des Geldes abzüglich einer Mindestreserve wieder verleihen.
Dieses Konzept nennt man "Fractional Reserve Banking", also nur ein kleiner Teil
der Einlage wird als Reserve gehalten.
Kreditkunde K leiht sich 1.000 € von der Bank. Die Bank richtet ein Kreditkonto
ein und schreibt auf dieses die 1.000 € gut. K hebt nun dieses Geld ab und gibt
es aus. Damit sind 1.000 € neues Geld "geschöpft", bzw. aus dem Nichts (die
Amerikaner sagen "out of thin air2) erzeugt worden. Denn dieses Geld landet auf
anderen Bank-Konten als Einlage.
Anleger A kann nach wie vor über seine 1.100 € verfügen und sie abheben und
ausgeben. Also sind 1.000 € zusätzlich im Umlauf, die Geldmenge im System ist
gestiegen. Je nach der Reserveerforderniss der Banken kann einmal erzeugtes Geld
durch diesen Mechanismus bis zur 10 fachen Geldmenge erzeugen.
In Wirklichkeit ist das System heute sehr komplex und auch andere Institutionen
"erzeugen" Geld. So etwa die Zentralbanken, die für die Stabilität des
jeweiligen Währungsraums verantwortlich sind.
Es ist anzumerken, dass jedes reine Papiergeldsystem irgendwann wieder
verschwunden ist. Das derzeitige System mit seiner "Dollar-Deckung" wird mit dem
Untergang der USA verschwinden - bald. Denn es erlaubt die willkürliche
Geldproduktion, bis das Vertrauen in die Kaufkraft schwindet.
Kaufkraft und Inflation:
Werden viele Kredite vergeben, steigt die Geldmenge im System entsprechend an.
Je nach Komponenten werden diese Geldmengen M1, M2 oder M3 genannt. Hier einige
Zahlen:
USA M3 (jetzt nicht mehr veröffentlicht) ca. +10% im letzen Jahr
Euroraum M3 +8.5%
China M2 + 17%
Euroraum M1/M3 +300% in den letzten 20 Jahren
Wenn mehr Geld im Umlauf ist, geht es in die Preise, sie steigen. Man spricht
von Inflation. Genau genommen ist Inflation die Erhöhung der Geldmenge im
Währungsraum. Was in den Statistiken veröffentlicht wird - die
Verbraucherpreis-Inflation - ist nur der Teil des neuen Geldes, der in die
Konsumgüter-Preise geht.
Daneben gibt es noch eine weitere "Inflation" - die "Asset-Inflation", d.h. die
Wertsteigerungen von Anlagegütern wie Aktien, Anleihen, Immobilien. Diese ist in
den letzten Jahren wesentlich stärker gestiegen als die
Verbraucherpreis-Inflation.
Das heisst, der Kaufkraft des Geldes ist bei Aktien, Anleihen, Immobilien
stärker gesunken als bei Konsumgütern. Diese Überteuerung der Assets nennt man
eine "Bubble" = Blase. Jede Bubble platzt einmal. Sollte dann eine Flucht aus
den Assets einsetzen, werden die Verbraucherpreise explodieren, denn die
betroffene Währung wird dann abverkauft.
Die Steigerung der Geldmenge im Euroraum in den letzten 20 Jahren hat die
allgemeine Kaufkraft des Geldes auf ca. 1/3 reduziert.
Deflation:
Dieser von Politikern und Bankern gefürchtete Zustand des Finanzsystems tritt
dann ein, wenn weniger Kredite neu vergeben werden, als insgesamt an Zinsen zu
zahlen sind. Dann schrumpft die Geldmenge. Denn wird ein Kredit zurückgezahlt
oder wegen Uneinbringlichkeit abgeschrieben, dann schrumpft die Geldmenge um den
Betrag. Das Problem bei diesem System ist, dass zur Bezahlung der Zinsen das
dazu notwendige Geld von jemandem ausgeliehen werden muss. Das heisst, das Geld
zur Zinszahlung muss im System durch neue Kreditvergabe erzeugt werden, sonst
kippt das System in die Deflation.
Einen ähnlichen Zustand hatten wir in Deutschland von 2001 bis 2003. Die Banken
haben ihre Kreditvergabe eingeschränkt, damit sind besonders Aktien und
Immobilien im Wert gefallen. Einige Banken kamen ins Wanken. Das, obwohl die
Geldmenge weitergestiegen ist. Der natürliche Selbstschutz-Mechanismus der
Banken (Krediteinschränkung) führt diese gemeinsam in den Abgrund. Daher springt
in solchen Fällen gerne der Staat mit zusätzlichen Kreditaufnahmen ein, auch
wenn ein Krieg dafür erforderlich ist (USA - Afganistan/Irak-Kriege), denn Krieg
ist immer inflationär.
Kreditzyklus & die kommende Finanzkrise
Durch den oben beschriebenen Mechanismus ist heute die Verschuldung weltweit auf
ein ungeheures Mass angestiegen, denn Schulden = Geld. Bei jedem Abschwung hat
man durch Konjunkturprogramme die Geldproduktion wieder angekurbelt, um einen
Absturz in eine desastriöse Deflation wie in den 1930er Jahren zu verhindern.
Aber irgendwann ist Schluss.
In der Tat gibt es einen langfristigen Kreditzyklus, den der russische Ökonom
Kondratieff bereits um 1920 entdeckt hat. Daher wird dieser Zyklus mit einer
Dauer von 50...70 Jahren auch als „Kondratieff-Zyklus“ bezeichnet. Die Dauer ist
deshalb so lang - etwa 2 Generationen, weil nach dieser Zeit die Angst vor
Schulden verschwunden ist. Der Schuldenberg erreicht wie heute so grosse Höhen,
dass er abgebaut werden muss, bevor wieder ein neuer Zyklus beginnen kann.
Diesen Zyklus kann kein Politiker vermeiden und er ist weltweit.
Ian Gordon aus Kanada weist diesem Zyklus noch vier Jahreszeiten (Phasen) zu:
a.) Frühling (Kondratieff-Spring - aktueller Zyklus-Beginn 1949):
Die Wirtschaft erwacht nach der Schuldenabbau-Phase wieder. Die Stimmung ist
optimistisch, aber man ist bei Kredit-Vergabe-/Aufnahme vorsichtig - nur für
Investitionen
b.) Sommer (Kondratieff-Summer, Beginn im aktuellen Zyklus ca. 1966):
Die Kreditvergabe wird stärker, Inflation setzt ein, Rohstoffe werden knapp,
daher kommt es oft zu Resourcen-Kriegen (wie 1. Weltkrieg). Diese Phase endet
nach einer Rezession (wie 1980-82).
c.) Herbst (Kondratieff-Autumn, Beginn im aktuellen Zyklus 1980):
Das ist eine herrliche Zeit mit wenig Kriegen. Die Rohstoff-Knappheit geht zu
Ende, dafür steigen die Papier-Werte von Anleihen, Aktien, Immobilien, d.h.
Asset-Inflation aber wenig Verbraucherpreis-Inflation. Globalisierung durch neue
Technologien. Die Konsum- und Staats-Verschuldung erreicht ungeahnte Ausmasse.
Das legt den Keim zum Niedergang.
d.) Winter (Kondratieff-Winter, Beginn im aktuellen Zyklus 2000):
Es ist Zeit für den Schulden-Abbau. Mit einem Börsencrash beginnt eine Zeit der
Deflation, d.h. der Wert des Geld steigt gegenüber den Assets. Massive Bankrotte
stürzen die Wirtschaft in eine 3..5jährige Depression.
Jede dieser Phasen dauert etwa 10...20 Jahre. Damit zusammen gibt es auch grosse
gesellschaftliche Veränderungen. So bildet sich in der "Herbst-Phase" eine
Bürokratie- und Anspruchsgesellschaft heraus, die in der Winter-Phase wieder
zerstört wird. Gleichzeitig geht auch das alte Finanzsystem zu Ende, und ein
neues System mit wenig Schulden und meist mit Golddeckung wird geschaffen.
Am Ende eines Zyklus standen immer BÜROKRATIE, VERSCHULDUNG, STAATSBANKROTT.
Am Anfang war immer GOLD die Grundlage eines neuen Finanzsystems.
Dieser Zyklus ist unausweichlich, da er von der Massenpsychologie und dem
Verschuldungsgrad bestimmt ist. Man kann die Phasen nur etwas beschleunigen oder
verzögern.
Gleichzeitig mit den Schulden steigen auch die Vermögen, da Schulden = Vermögen.
Und mit den Schulden werden gleichzeitig die Vermögen abgebaut. Das gilt
allerdings nicht für alle Vermögen, denn durch geschickte Anlage hat man
gegenüber den Unwissenden einen enormen Vorteil. Wirklich grosse Vermögen werden
immer in einer tiefen Krise gemacht - auf Kosten der Unwissenden und nicht
Wissen-Wollenden.
Was geschah bisher in diesem Kondratieff-Winter?
Es ist klar, dass wir derzeit in der Winter-Phase sind. Diese Phase hat
eindeutig mit dem Börsencrash im Jahr 2000 eingesetzt. Manche Kommentatoren
sagen auch, sie hätte schon mit dem Börsencrash 1987 einsetzen sollen, wurde
aber durch Liquiditäts-Spritzen der Zentralbanken immer wieder verzögert. In der
Tat gab es immer wieder Krisen (Japan-Deflation seit 1990, Skandinavien-Krise
1992, Asien-Krise 1997, Russland-Krise 1998).
Ab 2001 war das System auch bereits im Absturz, was sich in Grosspleiten wie
Enron oder Worldcom zeigte. Man hat sich aber mit Niedrigstzinsen (USA 1%,
Euroraum 2%) und Krieg wieder herausinflationiert. Die derzeit laufende
Reflation ist die intensivste aller Zeiten. Daher explodieren die Rohstoffpreise
wie in der Sommer-Phase der 1970er Jahre. Inzwischen drohen daher die selben
Gefahren wie in den 1970er Jahren. Der Wert des schuldengedeckten Papiergeldes
wird immer suspekter. Ab 1980 hat man Zinsen von 20% gebraucht, um das Vertrauen
wieder herzustellen. Solche Zinssätze würden bei der heutigen, hohen
Verschuldung zum sofortigen Kollaps des Systems führen. Das wird auch so kommen,
wenn die Zentralbanken ihre Währungen real verteidigen müssen.
Deflation gegen Gold:
Fand die Asset-Deflation von 2001 bis 2003 noch gegen Papiergeld (US-Dollar,
Euro, Yen) statt, so wird die weitere Deflation nur mehr gegenüber Gold
stattfinden. So ist der Goldpreis seit 2001 von ca. 260 $/oz auf über 700 $/oz
(Mai 2006) gestiegen. In Euro ist er von ca. 10.000/kg auf über 17.000/kg
gestiegen. Obwohl man den US-Down Jones Aktien-Index durch
Interventionsmassnahmen für lang Zeit auf ca. 11.000 hochgehalten hat, ist er
gegenüber Gold massiv gesunken. Sogar der deutsche DAX-Index hat mit Gold nur
ungefähr mithalten können. Prognosen sagen, dass der Goldpreis über 10.000 $/oz
erreichen wird, wenn die Krise voll ausgebrochen ist.
Goldpreis-Drückung:
Seit den 1980er Jahren drücken die Zentralbanken bereits den Goldpreis, nachdem
er 1980 in einer Geld-Vertrauenskrise auf 850 $/oz gestiegen ist. Intensiv
geschieht dies seit etwa 1992. Das meiste Gold, das die westlichen Zentralbanken
als Währungsreserven 1980 noch hatten, wurde inzwischen dazu verkauft oder
verliehen. Es gibt Schätzungen für den realen Restbestand von nur mehr
5.000...15.000 Tonnen. Der wahre Zustand wird geheim gehalten.
Warum wurde der Goldpreis gedrückt? Weil er der signifikanteste Gradmesser für
Inflation und das Vertrauen in das schuldengedeckte Papier-Geld ist. Steigt der
Goldpreis massiv, wie seit Sommer 2005 in allen Währungen, dann ist das ein
Zeichen dafür, dass manche Investoren den Papierwerten nicht mehr recht trauen
und ins sichere Gold gehen, hinter dem keine Schulden stehen. In der Tat ist
Gold der gefährlichste Feind des Papiergeld-Systems, das eigentlich nur durch
das Vertrauen in die Banken und den Staat bestehen kann. Denn Gold war 3000
Jahre lang Geld.
Zusätzlich werden in allen Ländern die Konsum-Inflationsraten nach unten
manipuliert. In den USA ist der reale Wertverlust des Dollars etwa 8...10% pro
Jahr, obwohl eine staatliche Inflationsrate (CPI) von etwa 3,5% angegeben wird.
Im Euroraum schwankt die angegebene Konsum-Inflationsrate zwischen 1,5...3,5%.
Die Entwicklung der Geldmenge lässt aber einen realen Wertverlust des Euro von
etwa 4...5% pro Jahr realistisch erscheinen. Überall mit stark steigender
Tendenz - wegen der hohen Energiepreise, die überall durchschlagen.
Die Goldpreis-Drückung geschieht auch psychologisch über die Medien und
periodische Preisdrückungen. Regelmässig erscheinen in den Medien Meldungen,
dass der Goldpreis seinen endgültigen "Höhepunkt" erreicht hat, und jetzt fallen
wird. Prompt fällt er durch Zentralbank-Verkäufe. Die Kleinanleger verkaufen
dann ihr Gold, das die "Wissenden" dann einsammeln. Anschliessend steigt der
Goldpreis dann natürlich wieder stark an. Das wird noch zunehmen. Dazu muss man
wissen, dass der Höchstpreis von 850 $/oz von 1980 heute etwa 2.500 $/oz
entsprechen würde, wenn man die reale Inflation aus diesen 26 Jahren einrechnet.
Davon ist der Goldpreis noch weit entfernt.
Game Over:
War bis etwa 2001 das Vertrauen in die Rückzahlbarkeit und -Willigkeit der
gigantischen Verschuldung noch einigermassen vorhanden, so sehen jetzt immer
mehr Leute, dass das nicht mehr der Fall ist, sondern die Zentralbanken
gemeinsam versuchen, die Schulden wegzuinflationieren und damit deren realen
Wert zu drücken. Daher gibt es weltweit eine Flucht in Edelmetalle (Gold,
Silber) und andere Rohstoffe wie Öl und Kupfer.
Hat man das Inflations-Gespenst einmal aus der Flasche gelassen, ist es
schwierig wieder einzufangen. Als nächstes werden sich die Bond-Vigilantes
(Anleihen-Wächter) kräftig zu Wort melden. Sie tun es schon und verlangen
bereits höhere Zinsen, besonders für langlaufende Anleihen. Werden diese auf den
Markt geworfen, sinken deren Preise und daher steigt die Realverzinsung der
Anleihen. Zinsen und Preis sind bei Anleihen mit festem Zinssatz immer invers.
Die Zentralbanken können diese am Markt verkauften Anleihen zwar mit frisch aus
dem "Nichts" erzeugten Geld aufkaufen (das nennt man "monetisieren"), jedoch
explodiert wegen der grossen Mengen dabei die Geldmenge im System. Das führt zu
weiteren Abverkäufen und sinkenden Währungen. Die Flucht in das Gold wird noch
grösser.
Die Zentralbanken können zwar Anleihen monetisieren und Geld drucken, jedoch
Gold können sie nicht drucken. Wenn ihre eigenen Goldreserven erschöpft sind,
sind ihre Währungen verloren. Inzwischen gibt es in Asien und im arabischen Raum
einen wahren Goldrausch. Die Leute kaufen alles Gold, das sie bekommen können.
Viel davon kommt von westlichen Zentralbanken, die ihr Gold abverkaufen oder
verleihen (auf Nimmer-Wiedersehen), um die Zinsen nicht erhöhen zu müssen, denn
das haben ihnen die Politiker verboten. Ich schätze, wenn der Goldpreis 1.000 $/oz
erreicht, ist das Spiel für die Zentralbanken endgültig verloren. Dann wird eine
massive Entwertung aller Papieranlagen durch Bankrotte und explodierende Zinsen
einsetzen. Auch die Banken, die 2002 schon "gewackelt" haben, wird es dann
teilweise umwerfen, womit viele Spareinlagen verloren gehen werden =
Vermögensabbau.
Das "schuldengedeckte" Papiergeld nennt man auch "Fiat-Money", vom lateinischen
Wort "es werde" oder Befehl. Der Befehl, der uns zu diesem Geld zwingt, ist
natürlich staatlich. Wenn sich die Staaten nicht mehr finanzieren können, geht
auch "Fiat" verloren. Am Ende steht der Staatsbankrott und damit ein neues
Regierungssystem. Das Ganze ist ein Vertrauensspiel, das gerade verloren geht.
Achtung Euro-Zerfall:
Für den Euroraum bedeutet das, dass einige hochverschuldete Länder wie Italien
vor anderen in ernsthafte Zahlungsschwierigkeiten kommen werden. Dann werden sie
wohl versuchen, aus dem Euro auszubrechen, eine neue Währung einführen und dann
direkt monetisieren, d.h. die Zentralbank gibt dem Staat direkt Geld. Das
Ergebnis ist natürlich eine Hyperinflation, bei der der Geldwert rasch gegen 0
geht. Das hilft der Staatsbürokratie noch einige Zeit länger an der Macht zu
bleiben, zum Preis der totalen Verarmung der Bevölkerung.
Beispiele:
1923 Deutschland und Österreich
1946 Ungarn, das gesamte Geld des Landes war nur mehr 1.500 $ wert
1993 Serbien, 3 Hyperinflationen mit verschiedenen Währungen in Folge
Durch den Außen-Wertverlust der Währung explodieren die essentiellen
Konsumgüter-Preise, jedoch die Löhne steigen nicht im gleichen Ausmaß. Obwohl
die Preise explodieren, sinken sie gegenüber "harter Währung" dramatisch. Das
gilt besonders für alle Finanz-Assets. Eine Hyperinflation ist auch eine
Deflation, wenn auch nur gegenüber stabilem Geld.
Solche Zeiten sind natürlich ideal für Investoren. Aus "hartem Geld" kann man
dann Firmen, Immobilien, Aktien zum Niedrigstpreis aufkaufen. So sind etwa die
Oligarchen in Russland hochgekommen, denn dieses Land hatte in den 1990er Jahren
eine Hyperinflation. Die verarmende Bevölkerung muss alles verkaufen, um
überleben zu können.
Unwissenheit:
Nachdem etwa nur 1 Mensch in 100.000 diese Mechanismen wirklich kennt, wird die
Masse der Bevölkerung staunend und entsetzt zusehen, wie ihre Vermögensanlagen
schmelzen, ihre Kredite unbezahlbar werden und die Konsumgüterpreise
explodieren. Genauso war es auch 1922-23 in der deutschen Hyperinflation. Man
hat einfach nicht verstanden, was passiert.
Die Eliten (Politiker, Finanzwesen) tun natürlich alles, um den todkranken
Zustand des Finanzsystems so lange wie möglich zu verschweigen, um eine Panik zu
vermeiden und damit ihren eigenen frühen Abgang zu vermeiden. So hat etwa der
französische Finanzminister vor kurzem der Europäischen Zentralbank weitere
Zinserhöhungen "verboten", um die Wiederwahl seiner Regierung 2007 nicht zu
gefährden. Dafür werfen die Euro-Zentralbanken fleissig ihr letzten Gold auf den
Markt, um die Zinsen "noch nicht" anheben zu müssen. Dass dieses Gold eigentlich
Volkseigentum ist und nicht für die Wiederwahl der Politiker eingesetzt werden
sollte, berichten die Medien natürlich nicht, denn sie sind selbst Teil der
Elite oder verstehen die Sache nicht. Also, erwarten Sie sich von der
Allgemeinpresse und auch von der Finanzpresse nicht allzuviel brauchbare
Information.
Man muss aber sagen, dass internationale Organisationen wie der Internationale
Währungsfond (IWF) oder die OECD seit einiger Zeit drastisch vor einer
Dollar-Abwertung und ihren Folgen warnen. Diese Warnungen werden aber nicht
richtig transportiert oder verstanden.
Das größte Problem ist aber die Realtäts-Verweigerung der Bevölkerung. Sie
will einfach nichts Negatives hören. Das trifft besonders angestellte
Akademiker, denn die sind nur an ihrer Karriere interessiert. Die Unterschichten
dagegen kümmern solche Dinge sowieso kaum. Alle stecken den Kopf in den Sand.
Man will Dinge, die so fremd und unheimlich sind, nicht wahrhaben - eine Art
"Selbstschutz", der hier aber auf den Irrweg führt. Fachbegriff: Kognitive
Dissonanz.
Wann:
Es gibt eine Menge Finanzliteratur, die sich mit diesem Thema beschäftigt,
allerdings werden kaum Zeitpunkte genannt. In der Tat ist es schwierig, einen
genauen Zeitpunkt für das Losbrechen der echten Krise zu bestimmen, denn dieser
hängt von einem externen Auslöser ab. In Frage kommen:
USA-Iran-Krieg, mit Dollar-Abverkauf durch die Welt
Grosspleite wie General Motors (ist bereits totkrank)
Untergang einer grossen Bank oder Finanz-Institution
Untergang mehrerer Hedge-Fonds mit folgender Derivaten-Implosion
Panik-Abverkauf des US-Dollars und/oder von Anleihen (von selbst)
Der Boden ist mit dem stark steigenden Goldpreis und den steigenden Zinsen
bereits vorbereitet. Dazu muss man den zusammenbrechenden Immobilienmarkt in den
USA einbeziehen, sowie die US-Gesamtverschuldung von ca. 45 Billionen $ mit
einem Aussenhandels-Defizit von 800 Mrd. $ in 2005. In der ganzen Welt haben
sich so viele Dollars angesammelt, dass es schon viel zu viele gibt. Fast alle
Aktien-Börsen sind derzeit auf Talfahrt. Dazu kommen noch ca. 350 Billionen $
weltweit an komplexen Finanz-Derivaten, die primär von den Zinsen abhängig sind
und mit denen spekuliert wird. Die Situation ist viel schlimmer als 1929, daher
wird die kommende Depression auch die "Greater Depression" genannt. Primär
werden die USA und China betroffen sein, aber auch Europa wird genügend
abbekommen. Das Hauptproblem liegt aber eindeutig in den USA - Imperium ade!.
Ein Auslöser genügt, um die Lawine loszutreten. Ich vermute wie einige andere
Autoren auch, dass dies noch 2006 passieren wird.
Vorsorge-Empfehlungen
Ich möchte vorausschicken, dass ich kein Finanzberater bin und daher auch
grundsätzlich keinerlei Investments verkaufe oder vermittle. Die Informationen
in diesem oder anderen Artikeln von mir sind daher rechtlich als völlig
unverbindliche Informationen, ähnlich wie ein Zeitungsartikel zu sehen. Daher
ist auch jegliche Haftung für den Inhalt, egal welcher Art, ausdrücklich und
völlig ausgeschlossen.
OK, das musste sein. Es gibt einige wenige Finanzberater, die die Situation
genau kennen und ihre Klienten entsprechend beraten. Die meisten Berater sind
jedoch primär Verkäufer für existierende Papier-Finanz-Produkte, bei denen sie
Provisionen kassieren. Ausserdem denken sie wie die Masse ihrer Kunden nur in
der 20 Jahre alten Welt der Papier-Investments. Daher Vorsicht bei der Auswahl
eines Beraters.
Wissen ist Macht:
Das Wichtigste ist das Wissen um die Krise und die Bereitschaft, jetzt zu
handeln. Viel Zeit bleibt nicht mehr.
Diese Krise wird wahrscheinlich viele Nichtlinearitäten haben, daher ist es
problematisch, sich auf eine Seite (Deflation oder Hyperinflation) festzulegen.
Am Ende wird wieder ein goldgedecktes Währungssystem stehen müssen, alles andere
wird nicht mehr akzeptiert werden. Es kann aber mehrere Zwischenstufen mit
Notgeldern, etc. geben. Wenn der Euro zerbricht, ist mit einer anschliessenden
Hyperinflation zu rechnen. Diese kann bereits im Jahr 2007 losgehen.
Schulden sind tödlich:
Wenn die Zinsen richtig explodieren - so beginnt jede Währungskrise - die
Angstzinsen, dann kommen alle Kreditnehmer mit variablen Zinsen sofort in große
Probleme, besonders, weil die Arbeitslosigkeit explodieren wird. Die Banken
werden versuchen, mit allen Mitteln ausstehende Kredite einzutreiben, um selbst
liquid zu bleiben. Das wird die Immobilienpreise zu Boden reißen. Eine enorme
Pleitewelle bei Firmen wird ebenfalls kommen. Absolut tödlich sind natürlich
Kredite im Schweizer Franken, denn dieser wird als Fluchtwährung enorm im Kurs
steigen.
Daher ist der beste Rat: alle Kredite möglichst schnell zurückzahlen. Rechnen
Sie nicht mit einer linearen Hyperinflation, die Sie mit fixen Kreditzinsen
aussitzen können.
Raus aus allen langfristigen Investments:
Wenn die Zinsen explodieren, gehen alle diese Finanz-Assets wertmässig in den
Keller. Dazu gehören: Aktien, besonders Anleihen, Investment Fonds, Immobilien,
Versicherungen. Neben dem Wertverlust durch Währungs-Abwertung (gegenüber Gold)
werden viele Investments noch durch Bankrotte dezimiert werden.
Legen Sie in Gold und Silber an:
Diese Metalle werden die besten Investitionen der nächsten Jahre sein. Silber
wird wahrscheinlich Gold noch überholen, wie es das heute schon tut. Wenn die
Krise wirklich beginnt, ist damit zu rechnen, dass Gold und Silber nicht mehr
erhältlich sein werden. Bei der anschliessenden Hyperinflation wird nur Gold und
Silber im Wert real steigen.
"Normale Anleger" sollten nur in physischem Gold und Silber in eigenem Besitz
anlegen. Die Preise sind heute immer noch günstig. Bitte keine Zertifikate
kaufen, die sind nur Papier. "Experten" können wegen des Hebeleffekts auch in
Gold- und Silber-Minen-Aktien in politisch stabilen Ländern wie Kanada oder
Australien anlegen. Nicht in den USA!
Sie können ruhig auf über 50% Ihres Vermögens in Gold/Silber/Minen gehen.
Sammeln Sie viele kleine, gut bekannte Münzen. Große Goldbarren sind nur für
Investoren geeignet, die damit später Firmen oder Immobilien kaufen wollen.
Notgeld bereithalten:
Trotz der derzeit steigenden Inflation empfiehlt es sich, mit einem Teil des
Vermögens jederzeit liquid zu bleiben. Das können Sparguthaben (bei Bankenkrise
sofort abheben) sein, oder ganz kurzfristige Staatsanleihen. Wenn es kritisch
wird, sollte ausreichend Bargeld in Euro und Schweizer Franken (zumindest für
einige Monate) verfügbar sein. Rechnen Sie mit Banksperren wie in Argentinien
2002.
Sorgen Sie für Ihre persönliche Sicherheit:
Mit der Krise wird die Kriminalität explodieren. Spielen Sie auf
"Understatement", also nicht mit Geld protzen, sonst könnten Sie leicht ein
Überfalls- oder gar Entführungsopfer werden. Erwarten Sie auch
Versorgungsprobleme bei Lebensmitteln und Energie, wenn Banküberweisungen nicht
mehr funktionieren.
Sorry, für die große Mehrheit kann nichts getan werden:
Diese Leute sind so ignorant oder obrigkeitsgläubig, dass sie solche Artikel gar
nicht lesen oder nie danach handeln würden. Oder sie sind so verschuldet, dass
sie nicht von den Schulden loskommen. Man sollte nicht vergessen, dass 80% der
Menschen buchstäblich von der "Hand in den Mund" leben, d.h. keine finanziellen
Reserven für längere Zeit haben. Der Staat wird in einer solchen Situation kaum
eine Hilfe sein können, denn er geht selbst bankrott.
Schlusswort
Ich hoffe, mit diesem Artikel eine einfach zu verstehende Übersicht über das
Geldsystem und seinen kritischen Zustand für Alle gegeben zu haben. Daher habe
ich auch auf umfangreiche Literaturhinweise verzichtet. Es war ein recht langer
Artikel, aber kürzer lässt sich der Inhalt nicht zusammenfassen. Wer bis hierher
durchgehalten hat, muss nur noch handeln, um auf die "Sonnenseite" zu kommen.
Mehr Information ist in meinen anderen Artikeln auf
www.goldseiten.de
zu finden.
© Walter K. Eichelburg
Zum Autor: Dipl. Ing. Walter K. Eichelburg ist unabhängiger Network-Consultant
und Investor in Wien. Er beschäftigt sich seit mehreren Jahren intensiv mit
Investment- und Geldfragen. Er ist Autor zahlreicher Artikel auf dem Finanz- und
IT-Sektor. Er kann unter
walter@eichelburg.com
erreicht werden. Seine Website ist:
www.eichelburg.com |
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