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Die Würde des Menschen ist unantastbar
So heißt es im "Grundgesetz für die BRD",
"ausgenommen die des Deutschen", müßte
man der Vollständigkeit halber hinzufügen. Denn die Wirklichkeit in Politik
und Medien spricht dem Grundgesetz hohn. Da werden aufrechte Menschen, die
nichts verbrochen haben als ihrer im Kriege getöteten Angehörigen zu gedenken,
als "Neonazis" verunglimpft und vor der Öffentlichkeit damit in Acht
und Bann geschlagen. Da dürfen in München und Dresden ungehindert
Geisteskranke mit Spruchbändern demonstrieren, auf welchen zu lesen steht:
"Bomber Harris, mach' es noch einmal" oder: "Happy Birthday
Luftangriff". Die erschlagenen, erstickten und bei lebendigem Leibe
verbrannten unschuldigen Opfer der Bombenangriffe, die meisten davon Frauen und
Kinder, auch noch zu verhöhnen, das übersteigt jegliche Vorstellungskraft.
Zwar gibt es Paragraphen gegen "Aufruf zur Gewalt" und gegen
"Volksverhetzung", aber auch diese haben als ungeschriebene Ausnahme
die Verhetzung gegen Deutsche. Was wäre wohl passiert, hätte jemand auf solche
Weise gegen jüdische Mitbürger demonstriert? Die Antwort ist bekannt.
Andererseits stellt
sich die Frage, ob der deutsche Durchschnittsbürger überhaupt noch eine Würde
besitzt, die schützenswert wäre. Sie setzt ein positives Bewußtsein seiner
selbst voraus, ein Wissen um den eigenen Wert, ohne Überheblichkeit. Darin
unterscheidet sie sich vom Stolz.
"Würde" ist eine Geisteshaltung, die man
sich erwerben muß, sofern sie nicht anerzogen ist
"Würde richtet den Rücken auf, Stolz hebt nur das
Kinn", schrieb Jürgenson einmal
zutreffend. Auch andere Kulturen kennen sehr wohl diesen Unterschied in ihren
Sprachen. Das schließt natürlich nicht aus, auf eine erbrachte Leistung stolz
sein zu dürfen, aber selbst diese menschliche Regung wird negativ bewertet -
ausschließlich bei uns Deutschen. Wer auf deutsche Leistungen heute stolz ist,
sei es im Sport, der Wirtschaft oder der Wissenschaft, macht sich schon verdächtig.
Wurde eine Leistung auch noch in der unerwünschten Vergangenheit erbracht,
speziell in den Jahren 1933-45, dann lautet das Urteil:
"rechtsradikal". Zwölf Jahre der Geschichte werden benutzt - und das
zu Unrecht, wie wir wissen - um ein ganzes Volk von seiner Jahrtausende alten
Geschichte zu trennen. Auch das ist Völkermord, wenn auch auf Raten.
Doch wir
sollten uns nicht beklagen, denn wir Deutsche sind selbst schuld. Wir lassen uns
bereitwillig entwürdigen, als "Tätervolk" beschimpfen, für fremde
Interessen ausplündern und laufen mit gesenktem Kopf und gekrümmten Rückrat
durch die Nachkriegsgeschichte. Wem nutzt das? Und wem schadet es? Diese Fragen
stellen, heißt sie beantworten. "Kein Volk kann auf
die Dauer unterjocht werden, wenn es nicht irgendwie an seiner Unterjochung
mitwirkt" wußte schon Mahatma Gandhi - und führte sein Volk in den
Widerstand gegen seine Unter-drücker. Aber der Deutsche stellt sich noch unter
den Inder der untersten Kaste, denn er verzichtet freiwillig auf die jedem
Menschen zustehende Würde. Er ist halt Perfektionist. So perfekt er die Kunst,
Musik, Wissenschaft oder das Soldatentum einstmals beherrschte, so perfekt praktiziert er heute die Unterwürfigkeit bis hin zum
Kriechertum. Und sollte er versuchen, aus der ihm zugedachten Rolle
einmal auszubrechen, dann nennt man ihn ,"rechts", ,"Nazi"
und was einst Stalins Propaganda noch so an Worten erdachte. Wahlweise stürzt
er am Fallschirm zu Tode oder ertrinkt in einer Badewanne. Zumindest für eine
originelle Todesart ist gesorgt.
Wie soll
der Deutsche auch zur Würde finden, wenn ihm allenthalben Würdelosigkeit als
Ideal vorgesetzt wird? Wenn sich Menschen für Geld rund um die Uhr in intimsten
Situationen filmen lassen, oder sich selbst entwürdigend in Kakerlaken wälzen
und ähnliche Perversitäten freiwillig über sich ergehen lassen? Die einzige
Antwort auf diesen Dreck wäre, ihn zu ignorieren. Aber nein, Massen von
Zuschauern (wenn man den Zahlen trauen darf) ergötzen sich an solchem
Schwachsinn. Merke: Wer die Entwürdigung anderer als Erbauung hinnimmt,
verliert damit selbst seine Würde, so er sie überhaupt noch hatte. Und was ist
mit der Klasse derer, die uns regieren? Sie sollten eigentlich Vorbildcharakter
haben, doch sie bereichern sich schamlos und unersättlich auf kriminelle Weise
wo es nur geht. Wir werden regiert von den Sommers, Ackermanns, Friedmans',
Weltekes und wie sie noch alle heißen. Einsicht? Unrechtsbewußtsein? Würde?
Komplette Fehlanzeige. An wem soll sich die Jugend orientieren, wenn die
Geschichte tabu und die Gegenwart zum würdelosen Kabarett auf
St.Pauli-Nachtclub -Niveau verkommen ist?
Man hat dem Deutschen
oft seinen "Untertanengeist" vorgeworfen, wenn auch in anderem
Zusammenhang. Das ist leider nur zu wahr, wenn auch nicht neu. Schon Napoleon
pflegte sich darüber zu mokieren, und große deutsche Geister verzweifelten
schier an der Aufgabe, ihrem Volk ein bißchen mehr Selbstbewußtsein zu
entlocken. "Wollte Gott, alle Deutschen hätten den
französischen Durchschnitt von Vaterlandsgefühl'" sagte Bismarck
einmal, und an anderer Stelle: "Durch Liebenswürdigkeiten und
wirtschaftliche Trinkgelder für befreundete Mächte werden wir den Gefahren,
die im Schoße der Zukunft liegen, nicht vorbeugen, sondern die Begehrlichkeit
unserer einstweiligen Freunde und ihre Rechnung auf unser Gefühl sorgenvoller
Bedürftigkeit steigern.
"Gut daß er die
Dilettanten im heutigen Berlin nicht mehr erleben muß, es hätte ihn in tiefste
Verzweiflung gestürzt. Damals erkannte er auch schon: "Die Neigung, sich für
fremde Nationalitäten und Nationalbestrebungen zu begeistern, auch dann, wenn
dieselben nur auf Kosten des eigenen Vaterlandes verwirklicht werden können,
ist eine politische Krankheit, deren geographische Verbreitung sich leider auf
Deutschland beschränkt. "Und schon ein knappes Jahrhundert zuvor, während
des erzwungenen Bündnisses Preußens mit Napoleon, schrieb der Freiherr von
Stein: "Wir müssen uns großenteils die Übel selber zuschreiben, die
Deutschland heimsuchen; denn die Charakterlosigkeit unseres Benehmens macht uns
zum Gegenstand allgemeiner Verachtung und allgemeü'en Abscheus." Solche
Ansichten kosteten ihn dann auch seinen Ministerposten in Preußen, doch schon fünf
Jahre später wendete sich das Blatt wieder.
Man könnte noch die
Klagen Fichtes und anderer deutscher Geister hinzufügen, doch sie alle belegen
nur, daß der deutsche Mensch schon immer duldsamer bis hin zur
Selbstverleugnung war als seine Nachbarvölker. Die Völker der Welt sind auch
nicht "humaner" als ein Rudel Tiere: das schwache Tier, das sieh
duckt, wird erst recht gebissen. Und wer ständig Freibier ausschenkt, der muß
sich nicht wundern, wenn sein Lokal mehr und andere Gäste hat, als ihm lieb ist
und als er auf die Dauer verkraften kann!
Ausgerechnet dem
deutschen Michel vorzuwerfen, er wolle die Welt erobern, wenn man ihn nur ließe,
ist ein Treppenwitz der Weltgeschichte. Wer hat denn die
Meere erobert und ein Weltreich geschaffen? Wer hat einem ganzen Kontinent sein
Gold und einem anderen die Menschen als Sklaven gestohlen? Wer betreibt heute
die Globalisierung und spielt sich als Weltpolizist auf, für den das Völkerrecht
nicht gilt? Aber nein, wir Deutschen sind ja die mit dem
"Rassenwahn" und dem "Weltherrschaftsanspruch". Also ich
kenne keinen von diesen Deutschen. Kennen Sie einen, der so denkt? Wo sind sie
denn alle nur geblieben? Oder hat es sie vielleicht gar nie gegeben?
Willkommen in
Absurdistan! Wenn ich ein "häßlicher Deutscher" bin, nur weil ich
einem gesunden Selbstbewußtsein das Wort rede, etwas, das alle anderen Völker
zu Recht und offen für sich reklamieren dürfen, na gut, dann bin ich eben
"häßlich". Aber - im Vertrauen gesagt - wer will schon so "schön"
sein wie die Herren Bush oder Scharon? Die wahre Schönheit liegt eben immer im
Auge des Betrachters - vorausgesetzt, er macht die Augen auf und sieht sich
selbst nicht nur durch die Brille seiner Feinde.
Es kommt die Zeit, da
auch der schläfrigste unter den Schlafmützen den Realitäten wird ins Auge
sehen müssen. Was er dann vorfindet, wird gewiß keine Hollywood-Schnulze mit
garantiertem Happy-End sein. Doch selbst ein böses Erwachen ist immer noch
besser als ein ewiger Schlaf.
Die Courage, bald zu
erwachen und dann möglichst auch aufzustehen, wünscht sich und uns allen Ihr:
Georg Albert Bosse http://www.klaus-krusche.de |
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